Das Wort „Unternehmensberatung“ ruft meist ganz automatisch bestimmte Assoziationen hervor: Menschen mit Klemmbrett in der Hand spazieren durch ein Unternehmen, schauen sich alles im Detail an und setzen dann nicht selten den Rotstift an. Welcher Prozess lässt sich verschlanken? Wo kann die Firma einsparen? Was kann weg? Oft sind es dabei Unternehmen in Krisen, die sich von externen Beratern notwendige Impulse erhoffen.

Außenperspektive deckt blinde Flecken auf

Bei der DAHAG sind wir der Meinung, dass Hilfe und Unterstützung von Außen nie schädlich sind. Wer schon länger in ein und demselben Unternehmen tätig ist, der wird es kennen: Dinge sind „historisch gewachsen“, weil man sie „schon immer so gemacht hat“. Aber warum eigentlich und ist das sinnvoll?

Um genau solchen Fragen einmal auf den Grund zu gehen, haben wir Ende vergangenen Jahres die Unternehmensberatung Organeers zu uns eingeladen. Eines der Ziele war es, die besonderen Eigenheiten der DAHAG als Organisation bzw. Kultur zu analysieren und dabei Schwachstellen sowie Stärken aufzudecken. Denn häufig sind Eigen- und Fremdwahrnehmung eben nicht deckungsgleich und nur ein externer, unvoreingenommener Blick kann dabei helfen, so etwas Abstraktes wie eine Organisationskultur zu begreifen und zu beschreiben.

Von Einzelinterviews bis hin zu Workshops

Die Organeers gingen dabei so vor: Zunächst wurden längere Einzelinterviews mit etwa 15 Angestellten aus den unterschiedlichsten Abteilungen und mit unterschiedlichen Rollenprofilen durchgeführt. Die verschiedenen Sichtweisen haben die Organeers schließlich in Form eines zweiseitigen Briefes, der die DAHAG beschreiben sollte, zu Papier gebracht und im Rahmen eines Workshops vorgestellt.

Dabei fiel den Beratern etwa auf, dass die DAHAG für gewöhnlich nach dem Motto „DAHAG macht’s möglich“ agiert und individuelle Kundenwünsche sehr hoch priorisiert. Ein „Machen wir nicht“ hört man von uns eher nicht. Während das für unsere Kunden natürlich von Vorteil ist, führt ein derartiges Mantra intern jedoch zu vielen spontanen Umpriorisierungen oder Ressourcenumschichtungen. Einher geht das dann oft mit dem Ruf nach strukturierteren Prozessen und verbindlicherer Projektplanung.

Auf der anderen Seite hingegen, beweist die DAHAG ein hohes Maß an „Selbstoptimierung“ – wie es die Organeers nennen. Individuelle Arbeitszeitmodelle, Sabbatical-Optionen, eine liberale Homeoffice-Regelung und (je nach Abteilung) äußerst flexible Arbeitszeiten kommen den Mitarbeitenden entgegen und sind vermutlich einer der Gründe für die geringe Fluktuation. Doch wo ist die Grenze und ist das langfristig tatsächlich das Beste für das Unternehmen?

Abstraktes besprechbar machen

Kurzum: Im Vergleich zur klassischen Unternehmensberatung sagt die Kulturmusteranalyse der Organeers nicht „So macht ihr’s besser“, sondern eher „So seid ihr“. Das scheint zunächst wenig hilfreich, doch gibt es uns als Unternehmen ein wichtiges Werkzeug an die Hand: Indem einmal von außen analysiert und beschreibbar gemacht wurde, nach welchen Prinzipien die DAHAG als Organisation agiert, lässt sich untereinander besser darüber sprechen und auch verhandeln. Natürlich scheinen die Ergebnisse auf den ersten Blick wenig überraschend, weil sie jeder irgendwie gespürt hat. Doch nur, wenn man ein Verhaltensmuster oder ein Problem auch benennen kann, kann man darüber konstruktiv diskutieren.

Wie geht’s weiter?

Die zusammengetragenen Kulturmuster dienen nun als Grundlage für einen sogenannten Prinzipienputz: Jede und jeder in der DAHAG kann im Rahmen eines digitalen Boards (vermeintliche) Probleme einreichen. In Zusammenarbeit mit den Organeers werden diese Probleme anschließend mit beteiligten Personen oder Abteilungen im Hinblick auf DAHAG-Kulturmuster besprochen, gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge erarbeitet und schriftlich fixiert. Dabei kann es dann durchaus auch vorkommen, dass entschieden wird, dass gar keine Änderung nötig ist, da das vermeintliche Problem auch – direkt oder indirekt – auf den Erfolg der Organisation einzahlt. So wird schließlich aus dem unzufriedenstellenden „Das haben wir schon immer so gemacht“ ein „Das machen wir bewusst so, weil wir davon ausgehen, dass es über kurz oder lang gut für uns und für unsere Kunden ist.“

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